Ein Viertel aller Traktorunfälle passiert im Juli und August

Die Hälfte aller Verkehrsunfälle mit Zug- oder Arbeitsmaschinen sind Alleinunfälle, ein Viertel Kreuzungsunfälle   

Elf Prozent aller Traktorunfälle passieren im Juli, 14 Prozent im August. Die Analyse der Verkehrsunfallzahlen zeigt: die Hälfte derartiger Unfälle sind Alleinunfälle, ein Viertel Kreuzungsunfälle (Quelle: Statistik Austria; Bearbeitung: ÖAMTC Unfallforschung).

Alleinunfälle passieren häufig, weil der Lenker die Kontrolle über sein Fahrzeug verliert und seitlich von der Straße abkommt„, erklärt ÖAMTC-Verkehrsexperte David Nosé. Ursachen für Kreuzungsunfälle sind meist eine falsche Einschätzung der Geschwindigkeit und Unaufmerksamkeit der Beteiligten. Viele Unfälle ereignen sich außerdem zwischen linksabbiegenden Traktoren und nachkommenden Fahrzeugen.

Gefordert sind alle Verkehrsteilnehmer. „Der Traktorfahrer darf nur losfahren, wenn er niemanden behindert. Gleichzeitig müssen Auto- oder Motorradfahrer jetzt vermehrt mit langsam fahrenden landwirtschaftlichen Fahrzeugen rechnen„, betont der ÖAMTC-Verkehrsexperte. Zusätzlich ist eine vollständige Ausrüstung der land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeuge mit Beleuchtungseinrichtungen, Warnmarkierungen und Rückstrahlern wichtiger denn je.

42 getötete Insassen landwirtschaftlicher Fahrzeuge bei Verkehrsunfällen in fünf Jahren

Von 2007 bis 2011 ereigneten sich in Österreich insgesamt 659 Verkehrsunfälle mit landwirtschaftlichen Zug- und Arbeitsmaschinen. In diesen fünf Jahren wurden 42 Lenker und Mitfahrer getötet, über 700 verletzt. Fünf Prozent der Verunglückten sind Kinder unter 15 Jahren, die am Traktor mitgefahren sind. (Quelle: Statistik Austria; Bearbeitung: ÖAMTC Unfallforschung).

Arbeitsunfälle mit dem Traktor – 40 Prozent beim Auf- und Absteigen

Verkehrsunfälle machen aber nur zwei Prozent aller Traktorunfälle aus. Wesentlich häufiger sind Unfälle am Hof oder am Feld. In den Jahren 2011/2012 passierten mehr als 40 Prozent aller Traktorunfälle beim Auf- und Absteigen bzw. Abspringen, 16 Prozent beim Traktorsturz (Umkippen), 13 Prozent beim An- und Abbauen von Geräten, sieben Prozent bei der Reparatur und Wartung, vier Prozent ereigneten sich, weil sich die Feststellbremse löste (Quelle: Sozialversicherungsanstalt der Bauern). Weitere Unfälle passierten u.a. durch hyraulische Oberlenker, Absturz vom Frontlader sowie bei der Mitfahrt.

Genau auf diese Gefahrensituationen gehen wir auch bei den speziellen Traktoren-Fahrsicherheitstrainings ein – geübt wird der richtige Umgang mit dem Gerät, das Hauptaugenmerk liegt auf der Fahrzeugbeherrschung„, erklärt ÖAMTC Fahrtechnik-Instruktor Albert Hlavka.

Jährlich 500 Teilnehmer an Traktoren-Trainings der ÖAMTC Fahrtechnik

Seit 18 Jahren finden in Zusammenarbeit mit der Sozialversicherung der Bauern, Steyr Traktoren und der ÖAMTC Fahrtechnik spezielle Traktoren-Trainings statt. Pro Jahr kommen etwa 500 Teilnehmer. Gut 90 Prozent davon sind Jungbauern, die im Rahmen ihrer Ausbildung mit der Landwirtschaftsschule kommen.

Zehn Prozent der Teilnehmer kommen durch Aktionen lokaler Maschinenringe oder durch Privat-Initiativen. Geübt werden in den Trainings u. a. das Durchfahren von rutschigen Kurven, das sichere Befahren von Gefällestrecken, Bremsen und Ausweichen vor Hindernissen und die besonderen Gefahren im Anhängerbetrieb. Weiters wird eine Notbremsung auf rutschigem Untergrund simuliert und die Teilnehmer lernen, wie man mit Hinterrad- oder Allradantrieb bei einer Steigung wegkommt.

Wichtig ist es, den Kursteilnehmern zu vermitteln, dass es sehr schwierig ist, einen ins Rutschen gekommenen Traktor wieder ‚abzufangen‘. Zwar hilft auch beim Traktor die moderne Technik, entscheidend sind aber immer die Geschwindigkeit und der Zustand der Reifen bzw. des Untergrundes„, erklärt der ÖAMTC Fahrtechnik Instruktor.

Traktoren-Trainings beim Fendt-Feldtag im ÖAMTC Fahrtechnik Zentrum Melk

Moderne Traktoren-Technik anschauen und er’fahr’en kann man am Sonntag, den 4. August, im ÖAMTC Fahrtechnik Zentrum Melk/Wachauring. Beim Fendt-Feldtag präsentiert der Traktorenhersteller sein gesamtes Programm live im Gutsbetrieb des Stiftes Melk und im Fahrtechnik Zentrum. Dort gibt es die Möglichkeit, unter fachkundiger Anleitung von Instruktoren der ÖAMTC Fahrtechnik ein Traktoren-Fahrertraining mit den aktuellen Baureihen von Fendt zu absolvieren.

Informationen zur ÖAMTC Fahrtechnik findet man unter www.oeamtc.at/fahrtechnik. Infos zum Fendt-Feldtag gibt es auf www.fendt-feldtag.at.

Quelle: ÖAMTC