WKÖ-Gewerbe und Handwerk: Stolz auf Österreichs Meisterinnen und Meister

Wien (OTS) – „Wir sind Meister“: Das dürfen Personen, die erfolgreich eine Meisterprüfung abgelegt haben, künftig auch herzeigen. Ab Freitag, 21. August 2020, können sie den Titel in Kurzform (Mst./ Mst.in) oder Langform (Meister/Meisterin) ohne Antrag oder dergleichen sofort vor dem Namen führen und in öffentlichen Urkunden eintragen lassen. Diese Eintragung des Titels ist freiwillig und erfolgt unter Vorlage des Meisterprüfungszeugnisses bei den urkundenausstellenden Behörden. Damit wurde eine langjährige Forderung der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) umgesetzt. Der hohe Stellenwert der beruflich-praktischen Ausbildung wird dadurch betont, Meisterleistungen werden sichtbar gemacht. „Das ist mir ein echtes Herzensanliegen! Diese Aufwertung tut dem Handwerk gut“, sagt Renate Scheichelbauer-Schuster, Obfrau der Sparte Gewerbe und Handwerk in der WKÖ. „Wir brauchen in Österreich mehr Meister, um den Wirtschaftsstandort in den Regionen zu stärken.“ Dass die Meisterausbildung gleich viel wert ist wie eine akademisch-theoretische Ausbildung, ist auch formal gesichert: Der handwerkliche Meistertitel ist im Nationalen Qualifikationsrahmen (NQR) auf Stufe 6 zugeordnet und dem akademischen Bachelor gleichgestellt. Allein im Jahr 2019 wurden in Österreich 1.827 Meisterprüfungszeugnisse ausgestellt. Besonders erfreulich: Die Prüfungsstellen haben den durch den Corona-Lockdown verursachten Rückstau praktisch aufgeholt. Mit Stand 31. Juli konnten 96 Prozent der Lehrabschlussprüfungen, 85 Prozent der Meister- und Befähigungsprüfungen sowie 100 Prozent der Ingenieurzertifizierungen nachgeholt werden. Die wenigen noch nachzuholenden Prüfungen finden demnächst statt. Österreichweit waren rund 13.000 für die zweite März-Hälfte und April geplante Prüfungen verschoben worden, ab 4. Mai wurde der Betrieb wieder schrittweise aufgenommen. Zwtl.: Warum ist es so wichtig, den Stellenwert des Meisters zu betonen? Die erfolgreiche Meisterprüfung ist oft der Einstieg in Positionen mit Führungsverantwortung.nViele Meister machen sich auch mit Neugründungen oder Betriebsübernahmen selbstständig.nDer Titel bringt einen Imagegewinn: 95 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher attestieren Meisterbetrieben eine hohe Qualität bei der Erbringung ihrer Leistungen.nOhne Meister keine Lehrlinge: Die meisterlichen Ausbildungsbetriebe sorgen dafür, dass die Qualifikationen an die nächste Generation weitergegeben werden.nEs ist ein Signal an Lehrlinge, was sie – Eifer und Ehrgeiz vorausgesetzt – in ihrer Karriere erreichen können.n „Die Gleichwertigkeit des Meisters mit Hochschulabschlüssen und die öffentliche Sichtbarmachung des Meistertitels sind großartige Perspektiven für die jungen Menschen: Viele Eltern wissen noch zu wenig, welche Karriere über den Einstieg mit einer Lehre möglich ist“, so Scheichelbauer-Schuster. Im Regierungsprogramm 2020-2024 sind noch weitere Aufwertungsschritte geplant. Die Wirtschaftskammer hat bereits vor einigen Jahren die Gütesiegel „Meisterbetrieb“ (für Handwerke) und „staatlich geprüft“ (für reglementierte Gewerbe, die kein Handwerk sind) initiiert, mit denen Betriebe ihre Qualifikation ausweisen können. (PWK364/HSP)

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