10 Thesen zur Weltauffassung im 21. Jahrhundert

Wien (pts013/11.12.2018/10:10) – Der international bekannte Mediziner und Philosoph Nadim Sradj stellt erstmals seine 10 Thesen zur Weltauffassung im 21. Jahrhundert in Wien zur Diskussion. Am 30. Jänner 2019 im Kunstraum der Ringstrassen Galerien, 1010 Wien, Kärntnerring 11-13. Ziel des Vortrages ist die Orientierung in einer turbulenten und beunruhigenden Welt.

Ausgehend von der wissenschaftlichen Weltanschauung im 20. Jahrhundert, wie sie der Wiener Kreis in der Zwischenkriegszeit formuliert hat, erklärt Sradj in seinem Manifest: „Wissenschaftler können sich nicht über die – oder außerhalb der Natur stellen. ‚Wissende‘ und ‚Nichtwissende‘ sind wie Pflanze und Tier integraler Bestandteil der Natur. (…) Wissenschaft ist kein Monopol einer bestimmten Nation, eines Staates, einer Gesellschaft, einer Institution. Jede Nation hat eine eigene spezifische kulturelle Tradition, die ihre individuelle zu respektierende Art hat, Dinge zu betrachten und Probleme zu lösen.“

Der Mediziner bringt als Beispiel, dass Schmerzen in Europa anders behandelt werden als in China oder Indien und zieht daraus den Schluss: „Es gibt keine Hierarchie und keine Autoritäten des Wissens. Dies lässt die Dynamik nicht zu, da das Wissen ständigem Wandel unterworfen ist. Daraus folgt die Forderung nach Methodenpluralismus in der Forschung.“

In diesem Punkt folgt Nadim Sradj den kritischen Theorien des Wissenschaftstheoretikers Paul Feyerabend, der bereits 1976 mit seinem Buch „Wider den Methodenzwang“ Aufsehen erregte. Heute ist diese Schrift weitgehend in Vergessenheit geraten, so dass Sradjs Vortrag in Wien auch ein wichtiger Beitrag zur neuerlichen Auseinandersetzung mit dem Machtmissbrauch der Expertokratie ist. Feyerabend hat dafür sogar den Begriff der „Wissenschaftsmafia“ geprägt und die Methoden der Machtergreifung und Aufrechterhaltung ihres Herrschaftswissens kritisch beleuchtet.

Auf einer Zeittafel skizziert Sradj die Entwicklung des globalen Denkens vom 17. bis ins 21. Jahrhundert. Dem Phänomen der Zeit widmet der Philosoph seine neuesten Untersuchungen, in denen er gleichzeitig neue Wege der Erkenntnistheorie (Epistemologie) geht: Die Zeit als reines Erkennen, als Bewusstsein im Bereich der Theorie und der Reflexion.

Das Manifest ist in vier Sprachen – Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch – erschienen und als pdf auf der Webseite des Autors kostenlos abrufbar: http://sradj.de/21.html

Über Dr. Nadim Sradj Der gebürtige Syrer lebt seit 1956 in Deutschland, wo er an den Universitäten Mainz und Tübingen Medizin und Philosophie studierte. Seine Ausbildung zum Facharzt begann er an der Augenheilanstalt Wiesbaden (Prof. Wagner) und setzte sie neben wissenschaftlicher Tätigkeit an den Universitätsaugenkliniken Frankfurt/Main (Prof. Doden) und Gießen (Prof. Cüppers) fort (1969-1979). In dieser Zeit war er wissenschaftlicher Assistent und später als Lehrbeauftragter, von 1977 – 1979 war er Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Aus dieser Zeit stammen zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen und die Entwicklung mehrerer augenärztlicher Untersuchungsgeräte (Torticollometer, Cyclometer, Glascyclometer u.a.). Er publizierte mehr als 100 Fachartike und mehrere Bücher. http://sradj.de/2.html

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