IG Windkraft: Nationale Energie- und Klimapläne reichen für europäische Ziele nicht

St. Pölten/Bilbao (pts016/05.04.2019/09:20) – Die von den einzelnen Nationalstaaten an die EU gesendeten nationalen Energie- und Klimapläne reichen laut dem europäischen Dachverband der Windbranche, WindEurope, nicht aus, die europäischen Ziele zu erreichen. WindEurope fordert daher von den Nationalstaaten deutliche Nachbesserungen, vor allem die Maßnahmen und Zwischenziele betreffend. „Auch der österreichische, nationale Energie- und Klimaplan weist diese Lücken auf. Österreich hat gar keine Maßnahmen und Zwischenziele nach Brüssel geschickt“, bemerkt Stefan Moidl, Geschäftsführer der IG Windkraft und fordert die Regierung auf, beides möglichst rasch nachzureichen.

Mit 8000 BesucherInnen und 300 Austellern ist die Windenergiekonferenz und Messe in Bilbao eine der zentralen, internationalen Windenergieveranstaltungen dieses Jahres. Großes Thema sind die Schwierigkeiten die Europa derzeit mit dem Windkraftausbau hat, denn dieser ist letztes Jahr um 40 Prozent zurückgegangen.

Nationale Energie- und Klimapläne erreichen Ziele nicht

Auf dem europäischen Windenergie-Event in Bilbao präsentierte der europäische Windenergieverband WindEurope seine Analyse der nationalen Energie- und Klimapläne aller europäischen Länder: „Die Entwürfe der nationalen Energie- und Klimapläne sind nicht ausreichend, um das EU-Ziel von 32 Prozent erneuerbarer Energie bis 2030 zu erreichen“, berichtet Giles Dickson, Geschäftsführer von WindEurope: „Unsere Analyse zeigt, dass die einzelnen Staaten zwar ausreichend hohe Ziele für den Windkraftausbau angegeben haben, aber die detaillierten Maßnahmen, wie diese Ziele erreicht werden können, fehlen komplett. Damit wären die angegebenen Ziele bedeutungslos.“

WindEurope fordert daher die europäischen Staaten auf, die nötigen Maßnahmen zu ergänzen und weist darauf hin, dass die Windbranche in Europa bereits 300.000 Personen beschäftigt und mittlerweile eine führende Exportindustrie darstellt. „Europa muss sich anstrengen, diese weltweit immer wichtiger werdende Industriebranche in Europa zu halten“, bemerkt Moidl und verweist auf einige Weltmarkt-Player der Windkraft-Zulieferindustrie aus Österreich wie zum Beuspiel Bachmann electronic, eologix sensor technology oder ELIN Motoren: „Es wäre nicht die erste Erneuerbarenbranche, die ihre Investitionen und Arbeitsplätze schlussendlich ins Ausland verlegen muss.“

Österreichischem Energie- und Klimaplan fehlen Maßnahmen und Zwischenziele

Der österreichische nationale Energie- und Klimaplan hat zwar die Ziele für 2030 angegeben, Maßnahmen zur Zielerreichung oder Zwischenziele sucht man allerdings vergeblich. „Beides ist für das Erreichen des Zieles aber unbedingte Voraussetzung“, betont Moidl. Für eine Stromversorgung 100 Prozent aus erneuerbaren Energien im Jahr 2030 braucht es einen Ausbauboom für Wind, PV, und Wasserkraft. „Die Windbranche benötigt dafür über mehrere Jahre stabile Rahmenbedingungen“, so Moidl.

Die Entwicklung von neuen Windparks dauert drei bis fünf Jahre bis zur Genehmigung und beträchtliche finanzielle Ressourcen. Ohne eine Perspektive der Errichtung, wird kein Betreiber mit der Planung eines Windkraftprojekts beginnen. „Die hohen Investitionen für neue Windparks werden nicht getätigt, wenn nicht klar ist, ob die Windparks dann auch errichtet werden können“, erklärt Moidl.

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Aussender: IG Windkraft Ansprechpartner: Mag. Martin Jaksch-Fliegenschnee Tel.: +43 660 20 50 755 E-Mail: m.fliegenschnee@igwindkraft.at Website: www.igwindkraft.at